Die große Sandtner-Orgel auf der Westempore
Die Westempore wurde im Jahr 1607 in die Basilika eingezogen. Das Orgelwerk wurde 1981/82 von der
Dillinger Orgelbaufirma Hubert Sandtner geschaffen und verfügt über 68 klingende
Register auf vier Manualen und Pedal. Sie umfasst 4487 Pfeifen,
von denen um die 900 von der Vorgängerorgel übernommen wurden, die Heinrich Koulen aus Oppenau 1903 erbaut hatte.
Neu hinzu kamen das stilistisch und proportional dem Hauptprospekt nachempfundene Rückpositiv,
das in die Brüstung der Empore eingesetzt wurde. Im Jahre 1998 entschloss man sich für einen klanglichen
Umbau und die Erweiterung der technischen Möglichkeiten, die ebenfalls die Fa. Sandtner vornahm.
Eingefügt ist die
Orgel in ein auf 1608 datiertes Gehäuse, das in vorzüglicher Fachwerk-Konstruktion
nach einem Entwurf des späteren Stadtmalers Matthias Kager (1575-1634) entstand. Als unmittelbares
Gestaltungsvorbild diente die knapp ein Jahrhundert früher entstandene Orgel in der Fuggerkapelle in
St. Anna, deren Grundelemente die Orgel in St. Ulrich übernimmt: ein siebenteiliger Prospekt, in den
oben ein halbkreisförmiger Bogen einschneidet, sowie bemalte Flügel. Hier wie dort finden sich die
Fugger'schen Wappenlilien, hier wie dort zeigen die Malereien auf den Flügelinnenseiten die Himmelfahrt
Christi und die Aufnahme Mariens in den Himmel. Die Rückseiten der Flügel in St. Ulrich und Afra wurden
abgenommen und sind heute an der Südwand des Hochchores aufgehängt. Sie zeigen den hl. Jakobus
und die hl. Anna Selbdritt.