In den fast unergründlichen Tiefen der Sakristeischränke befand sich bis vor
ein paar Jahren ein funktionsuntüchtiges „segnendes Jesulein”… Nachdem es
entstaubt und optisch hergerichtet war stellten die Mesner fest, daß die
Elektrik den Geist aufgegeben hatte. Nach einer Überholung beim Elektriker tat
es in den beiden letzten Jahren seinen Dienst an den Weihnachtsfesttagen. Zur
großen Freude der Kinder und auch mancher Erwachsener erklangen nach Einwurf
eines 10-Pfennigstücks wahlweise verschiedene Weihnachtslieder über eine
Spieluhr oder festliches Glockenläuten über ein Uhrwerk.

Nun zeigte es sich im letzten Jahr, daß die Mechanik der großen Belastung nicht
mehr gewachsen war. Das Jesulein zitterte und wakelte - ja manchmal blieb es
sogar ganz stehen. Das Gehäuse und die Holzschienen hatten sich verzogen und die
Münzmechanik nahm keine Euromünzen an. Kurz und gut eine umfassende Renovierung
war angesagt.
Freundlicherweise erklärte sich Studiendirektor i. R. Waldemar Kratzer sofort
bereit sich des mechanischen Wunderwerks anzunehmen. Nach einer
Holzwurmbehandlung wurden alle mechanischen Teile gereinigt und geölt. Die
Beleuchtung wurde verbessert und die Laufstörung des Jesulein beseitigt. Als große
Herausforderung erwies sich die Umstellung auf die Euromünzen. Mit großem
Aufwand wurde der Münzeinwurf umgebaut und auf 20 Cent eingestellt.
Herrn Waldemar Kratzer ein ganz herzliches Vergelt’s Gott für seine Mühe.
Leider haben wir keinerlei Unterlagen zu unserem Jesulein. Wir wissen nur, daß
es wohl von der Firma Saum & Ellgas in München als Nr. 224 hergestellt wurde.
Wer irgendwelche Angaben zu dieser Art von Automaten machen kann, möchte sich
bitte beim Mesner melden.
Roman O. Ludwig